Hi, Ich bin Jessica

und hier findest du meine ganz eigene Stress-Story

sEI STARK.
sEI PERFEKT.

Als Quereinsteigerin ohne Studium zur Führungskraft. Mit Mitte 20 war ich verdammt stolz darauf! Aus meiner Sicht hatte ich auch hart dafür gearbeitet: Überstunden wurden zur Normalität, Essen wurde zur reinen Pflichtveranstaltung, an meinen Wochenenden bearbeitete ich E-Mails. Und wenn dann doch noch etwas Zeit übrig blieb, versuchte ich mich immer weiter zu optimieren. Ich wollte allen Anforderungen entsprechen, beweisen, dass ich es kann. Erfolgen hinterher jagen und in der Business-Welt akzeptiert werden. Doch egal was ich tat, es war scheinbar nie gut genug. Also wollte ich noch mehr leisten, noch besser werden, noch mehr anpassen. Ich muss noch weniger Fehler machen, noch professioneller werden.

Ich spürte den Druck, der immer stärker und intensiver wurde. Selbst im Urlaub konnte ich einfach nicht abschalten und eine schlaflose Nacht folgte der Nächsten. Oft überrannte mich absolute Panik, dass ich irgendwas vergessen habe oder es ohne mich nicht läuft. Dennoch blieb ich meiner Linie treu. Für mich war das alles in diesem Moment normal. Das ist halt so, wenn man erfolgreich und beliebt sein möchte.

Stress machte mich krank

Manch einer würde behaupten, dass ich auf diesem Foto doch recht glücklich aussehe. Doch dies ist nicht der Fall. Zu diesem Zeitpunkt wog ich fast 20kg dank meiner schlechten Ernährung mehr. Schlimmer waren jedoch die Anzeichen meines Körpers, die ich viel zu lang ignoriert hatte. Meine Augen waren so empfindlich, dass ich nur noch mit Sonnenbrille raus konnte. Meine Haare fielen aus. Ich hatte kaum noch Energie, um mich über den Nachmittag zu retten. Ich war enorm gereizt, was vor allem die Menschen zu spüren bekamen, die es am wenigsten verdient haben. Als mein Ruhepuls bei 120 lag, habe ich einen Arzt konsultiert. Diagnose: stressbedingte Autoimmunkrankheit!

Alles auf Neuanfang

Nach der Diagnose stand ich eine ganze Weile unter Schock. Ich war traurig, verzweifelt und gleichzeitig so wütend auf all die Menschen, die aus meiner Sicht Schuld an meiner Lage waren. Ich wollte den ganzen Stress gar nicht, aber ich hatte keine andere Wahl, wenn ich beruflich erfolgreich sein wollte. Wie sollte ich aus diesem Hamsterrad rauskommen, gesund werden (und bleiben) und dennoch meine Ziele erreichen?

Auf einem Kongress habe ich durch Zufall einen Vortrag gehört, wie Stress und Autoimmunerkrankungen zusammenhängen. Das machte mich neugierig und so habe ich mich immer mehr mit dem Thema Stressbewältigung beschäftigt. Stundenlang Experten Podcasts gehört, Kurse besucht, Bücher gelesen. Je tiefer ich mich zu dem Thema informiert habe, desto klarer wurde es mir: Nicht die anderen sind schuld. Ich habe es ganz allein in der Hand, nicht nur mein Stresslevel zu senken, sondern mein ganzes Leben zu verändern. Denn Stressbewältigung fängt im Kopf an!

Mit ganz viel Mut habe ich meinen Job gekündigt, bin in eine andere Stadt gezogen und habe mich endlich getraut, Dinge zu unternehmen, von den ich bisher nur geträumt habe. Ich merkte von Tag zu Tag, wie ich ruhiger und ausgeglichener wurde. Ganz zu schweigen von meiner Lebensfreude, die endlich wieder zurückkam.

Und heute?

Heute habe ich meine Krankheit ganz gut im Griff, bin Mama von Zwillingen, trainiere unseren mal mehr oder weniger sturen Labrador, manage unseren Alltag und bin zudem mein eigener Chef. Stress gehört daher weiterhin zu meinem Leben und stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen. Aber ich habe gelernt, auf ihn zu hören. Ich würde sagen, wir sind mittlerweile recht gute Freunde geworden.

Das beste was mir passieren konnte

Meine Krankheit war das Beste, was mir je passieren konnte. Ich habe meinen Körper mittlerweile so gut kennengelernt, dass ich mein ganz eigenes kleines Frühwarnsystem habe, wenn es mal wieder zu heftig wird. Ich habe gelernt, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und dafür einzustehen. Gelernt, Grenzen zu setzen. Und gelernt, dass meine Gedanken nicht immer wahr sind. Vor allem habe ich auch gelernt, dass ich allein die Verantwortung für mein Leben trage.

Aber nicht nur das. Wenn ich stressbedingt nicht krank geworden wäre, gäbe es heute nicht diese Website. Ich hätte keine Ausbildung zum Stress-Coach und Stress-Mentor gemacht. Und ich könnte nicht all die anderen Menschen dabei unterstützen, besser mit ihrem Stress umzugehen.